Wer schon länger in der Bibel liest, wird auch das Gleichnis der 10 Jungfrauen kennen, die auf den Bräutigam warten. Eine anfängliche Deutung ist easy: Du musst vorsorgen, wenn Du am Ende in Gottes Reich mitfeiern willst!

In einem Bibliodram würde man sich dann fragen: wer ist der Bräutigam? – Klar: Jesus.

Wer ist die Braut? – Die Gemeinde.

Bei der Brautjungfern wird es schon schwieriger. Sie sind die Begleiter der Braut. Gehören also vielleicht auch zur Gemeinde. Sind ein Teil der Gemeinde.

Gut, dass es nicht noch mehr Darsteller geben muss.

Doch, da nagt sie: Die Frage.

Die Frage nach dem Licht und dem Öl: Was ist das Öl und das Licht?

Erst mal das Öl. Da gibt es einige Standardantworten, z.B.:

„Der Glaube“ – passt immer!

„Die Freude“ – Öl ist oft ein Symbol der Freude

Ich habe mal meine Freunde gefragt, da kam noch etwas hinzu, sehr schön beispielsweise: „Die Intimität mit Gott“ – das lag bestimmt nicht obenauf im Nähkästchen der Glaubensweisheiten!

Dann passierte uns beruflich etwas, das mir einen Schlüssel zu dieser Stelle gab.

Die Auftragslage sah Anfang des Jahres sehr mau aus. Weder telefonisch, noch über die homepage, über Portale oder Freunde kamen viele Aufträge rein. Wir waren noch dabei die Aufträge vom Vorjahr abzuarbeiten, als ich im Gebet den Eindruck hatte, ich soll Gottes Auftrag tun, dann kümmert sich Gott um meine Aufträge. Ich merkte, dass es eng wurde, und so dankte ich Gott für diese Enge und begann, mich darum zu kümmern, was und wen er mir in den Weg legte. (Nicht ganz) nebenbei her lief die Arbeit.

Wir hatten noch eine Weile Aufträge, bald noch für zwei Wochen im Voraus – zum Vergleich: Im Vorjahr hatten wir bis zu 6 Monaten Vorlauf! Dann nur noch für eine Woche. Man kann sich vorstellen, dass die Leitung eines Betriebes mit 20 Angehörigen schon gehörig spannend wird.

Besonders aufregend war, wie die neuen Aufträge reinkamen: Je weniger ich mich scheinbar um die Auftragsaquise kümmerte, desto unvermuteter das Zustandekommen von Aufträgen. Im Sommer wollte ich dann mit meiner Familie für zwei Wochen in den Urlaub gehen, es gab aber nur Aufträge für eine Woche. Ein paar Tage vor Abfahrt sammelte ich dann alle Aufträge zusammen, die noch ausstanden und schrieb sie für meine Mitarbeiter auf. Es entstand ein kleines Kompendium für ungefähr zwei bis drei Wochen!

Nach dem Sommerurlaub ging es wieder mit einer Woche weiter und ein paar Wochen später hatte ich schon nur noch Tage im Vorlauf und am Ende wusste ich abends nicht, was wir am nächsten Tag machen würden. Doch bis zum nächsten Morgen hatte sich genug für alle aufgetan! Es gab sogar mitunter am Tag die Situation, dass ein Auftrag aus unvorhersehbarem Grund unterbrochen wurde und ich für die Kollegen etwas anderes suchen musste. Ich versuchte, einen Freund anzurufen, um eine Auftragsidee umzusetzen, aber das klappte nicht. Als ich auflegte, rief ein Kunde mit einem Auftrag an und fragte, wann wir das erledigen könnte. Ich sagte: „Wir kommen gleich!“

Was hat das mit den Jungfrauen zu tun?

Nun, in dieser Zeit hatte ich immer wieder ein Zeugnis davon auf den Lippen, wie gut sich Gott um uns sorgt. Ich war vor Aufregung und Glück kaum zu bremsen und musste das unbedingt weitersagen, wie kleinteilig sich Gott um uns kümmert. Und ich leuchtete! Ich glühte nur so! Ich brannte!

Und was war der Brennstoff? Das Öl? Das waren die Erlebnisse, die Gott mir täglich schenkte, diese unglaublichen kleinen bis größeren täglichen Wunder, die zusammen einfach überwältigend waren!

Ich weiß zwar immer noch nicht, ob die Deutung des Gleichnisses korrekt ist, aber ich glaube, ich habe da eine Deutung geschenkt bekommen, die anstecken kann!